Ligurien

Erstmals in einer Wanderwoche mit den Naturfreunden Züri

Dank Béas ausführlichen Unterlagen wussten wir schon vor der Abreise, was uns in Ligurien punkto Hotel, Wanderwegen, Landschaften in etwa erwarten würde. Meine Vorfreude war gross. Ich war gespannt, wie ich mit all den erfahrenen Wanderfüchsen mithalten könnte...

Die erste kleine Überraschung zeigte sich beim Abreisen im Zug, wo ich zwar einige Wanderfrauen sichtete, die sich als Ligurien-Wandergruppe herausstellte, aber keine Béa. Handys sei Dank klärte sich das Missverständnis und bis Arth-Goldau, wo wir dann zu Béa umstiegen, hatte ich schon mal die Namen meiner Mitwanderinnen kennengelernt.

In Moneglia in unserem charmanten Albergo angekommen und von den Wirtsleuten herzlich empfangen, hiess es dann zuerst mal eine Stunde durchs Dorf aufwärts zu steigen, bis wir unser Abendessen-Restaurant erreichten. Aha, eine WANDER-Woche!- keine WELLNESS-Woche, ging mir durch den Kopf.. Der Marsch hatte sich allerdings mehr als gelohnt. Das Essen war köstlichst!!

Die meisten Teilnehmerinnen schienen sich von anderen Wanderungen her zu kennen. Ich wurde aber freundlich und unkompliziert in die Gruppe integriert. Die Stimmung war offen und familiär.

Und die Wanderungen?
Auf meist schmalen, steinigen Wegen in schöner Landschaft ging es auf- und abwärts. Eine 3einhalb-Stunden-Wanderung sei das gewesen? Mein Zeitgefühl rechnete immer ein bis zwei Stunden mehr dazu. Offenbar waren meine bisher als Wanderungen bezeichneten Unternehmungen eher Spaziergänge gewesen... Nichtsdestotrotz genoss ich die Touren!
Auf einer Wanderung lernte ich allerdings meine Grenzen kennen: ein schmaler Weg, stellenweise mit Ketten am Fels gesichert, an 2 Stellen ohne Weg.. Herzklopfen... Klug vorausschauend hatte mir Béa eine erfahrene Vorläuferin zugeteilt. Dank ihrer Geduld schaffte ich die Stellen irgendwie. Danke Daniela!
Ich war ziemlich erschöpft und als wir nach dem gleich anschliessenden Aufstieg oben ankamen, fragte mich Madeleine angesichts der nass geschwitzten Haare: Sag mal, hast du die Haare gewaschen?
Der Abstieg zu dem schönen Strand von San Fruttuoso, und die 2Stunden Pause die wir  dort geniessen konnten, gab  wieder Kraft für den 3-viertelstündigen Aufstieg zu unserer Übernachtungs-Hütte. Sogar  Wildschweine sichteten wir!
Übernachten in einer Hütte?? Gar nicht mein Wunsch-Szenario!!
Allerdings entschädigten die wunderbare Aussicht samt traumhaftem Sonnenuntergang ,die herzlichen Gastgeber und das hervorragende Essen (..) für den fehlenden Schlafkomfort.  Offenbar hatte ich tief geschlafen. Als nämlich ein Handy losging - mitten in der Nacht nach meinem Empfinden-  stellte sich heraus, dass dies unser Wecker für 8Uhr war!

Die Wanderung am nächsten Tag nach Portofino war dann wieder gemütlich.

Die allerletzte Cinque-Terre Wanderung liess ich aus, obwohl sie als besonders toll und ausssichtsreich angepriesen wurde. Ich war genug gewandert für eine Woche! So genoss ich das schmucke Dorf Moneglia, besichtigte die 2 sehenswerten Kirchen (tolle Fresken),  kaufte ligurische  Spezialitäten wie Kapern- und Baumnusspaste, Meersalz mit Basilikum.

Vor allem aber setzte ich mich mit meinem Buch 2 Stunden ans Meer, schaute den spielenden Kindern , hörte dem Meer zu , las.- sehr genussreich!

Es war für mich ein erlebnisreicher Einstieg in die Welt der Wanderfreunde  und ich möchte Béa ganz herzlich für ihre hervorragende Organisation und ihr kundiges, herzliches Leiten dieser Wander-Woche danken.

Fürs Jahr 2018 habe ich mich bereits für 2 Wanderwochen mit Béa angemeldet. Das heisst doch etwas!

In Vorfreude, Susanne