Vier-Tages-Auffahrtswanderung 2017 im Waadtländer Jura

Schön und selten: Meteo versprach vier Tage lang schönes Wetter. Und noch seltener – genau so war es, und Faserpelzjacke, Schirm und Windjacke durften vier Tage lang ganz unten im Rucksack mitwandern. Dafür kamen Sonnencrème und kurze Hosen zum Einsatz, und auch einige Seufzer wegen „so heiss“ waren zu vernehmen.

Der Höhepunkt des ersten Tages war der 1‘677 m hohe La Dôle, auf dem die meisten von uns noch nie waren. Der Gipfel selber ist nichts Besonderes – kahl und voller Technik (Sky-Guide-Flugsicherungs-Anlage, Skiliftstation, Radio- und TV-Sender der Swisscom, Meteo-Radaranlage), aber dafür war die Aus- und Rundsicht mit Alpenkranz samt alles überragendem Montblanc einmalig.

Der Bergfrühling begleitete uns an allen vier Tagen mit Narzissen, Anemonen, Frühlingsenzian, Soldanellen, Knabenkraut, Schlüsselblumen, Zahnwurz und Krokus. Den Frühlingssänger Kuckuck hörten wir nur am ersten Tag.

Wie in den Bergen üblich, ging es auch diesmal hinauf und hinunter, und in den vier Tagen „schafften“ wir insgesamt ungefähr 1‘900 m obsi, 2‘100 m nidsi und eine Wanderdistanz von total etwas über 60 Kilometer. Nöd schlächt, oder!

Unsere Wanderroute verlief vorwiegend auf dem berühmten Jura- Weitwanderweg Nr. 5, dem wir bis nach Dielsdorf hätten folgen können!

Was im Jura immer speziell schön ist, sind die vielen Natur-Steinmauern durch Wald und Wiesen und natürlich auch die dünn besiedelte Landschaft, wo sich die Augen von an hauptsächlich unschöne Neubauten und viele Strassen gewohnte Mittellandbewohner erholen können…

Die drei Uebernachtungen waren picobello. Langjährige Naturfreunde-Auffahrtswanderer wissen, dass das längst nicht immer der Fall ist – schittere Nachtlager gehören zu diesen Erinnerungen und werden gerne alljährlich wieder aufgefrischt. Auch die Nachtessen und Zmorgen waren reichhaltig und fein, und am letzten Tag überraschte uns Béa mit einem von Bergbauern vorbereiteten tollen Apéro bei einer Alphütte zwischen Le Pont und Vallorbe.

Höhlen gehörten dieses Jahr zum Programm. Zwei waren sogenannte „Glacières“, zu denen man – ein Umweg von der normalen Wanderroute inklusiv - mittels Leitern absteigen konnte, was ein paar Unentwegte von uns auch taten. Die Schreiberin dieser Zeilen getraute sich nur, von oben herab in das Loch zu güxeln.

Aber in die Grotten bei Vallorbe (die ähnlich sind wie die Höllgrotten von Baar) wagten sich dann fast alle. Dort brauchte man auch keine Karabiner und Gschtältli wie für die „Glacières“!

Unsere Wandergruppe bestand aus 21 Leuten, und wie eigentlich immer bei den Naturfreunden waren alle sympathisch, nett, aufgestellt; Jammern, Klönen und Reklamieren fehlte vollständig.

Danke, Béa und den Mitleitern Ursula und Hasan für Vorbereitung, Organisation, Durchführung und die kompetente Begleitung an diesen vier Wandertagen.

Evy Merino, Bonstetten