Wanderwoche im Montafon

19. – 26. Juli 2015

 

Bei herrlichem Wetter sind alle gut angekommen in der bestens bekannten Pension Alpenrose in Gortipohl.

Von Vroni und Stefan wurden wir aufs herzlichste begrüsst und Willkommen geheissen. Beim gemütlichen Mittagessen im Montiel sassen neue Gesichter und alt bekannte gemütlich zusammen. Nach einer kurzen Siesta, es war einfach zu heiss, spazierten einige der Ill entlang nach Gaschurn und zurück. So wurde das Naturschwimmbad ausfindig gemacht und die Wanderschuhe warmgelaufen. Das Nachtessen servierte uns die Corina in einem ihrer 22 wunderschönen Dirndl. Den lauen Abend genossen wir auf der Terrasse mit einem Glas Wein, lustigen Geschichten, Reiseberichten und viel Lachen.

Bielerhöhe – Kopssee – Bielerhöhe
Der zweite Tag begann mit einem reichhaltigen Frühstück. Nachher fuhren wir mit dem Bus auf die Bielerhöhe und weiter an den Kopssee. Die Fahrt war einfach toll, sicher fährt der Chauffeur uns die vielen, vielen Kurfen rauf und runter. Die Alpenflora zeigte sich uns in den schönsten Farben. Zu Fuss umrundeten wir den Kopssee. Hier lernten wir, dank Mary die Blümchen und Kräuter beim Namen zu nennen. Im Laufe des Mittags fuhren wir wieder per Bus zur Bielerhöhe. Während wir die Beine und die Seele baumeln liessen, umrundete Silvana noch den Stausee. Es war ein wunderbarer Einstieg in die Wanderwoche. Den Abend verbrachten wir gemütlich auf dem Sitzplatz der Alpenrose. Es wurden alte und neue Witze erzählt, immerhin haben wir viel gelacht.

Nova Stuba – Alp Nova – Garfrescha
Am nächsten Morgen fuhren wir hoch zur Nova Stuba. Ueber die Alpweiden ging es Richtung Brünneliwirt. Unterwegs machten wir halt bei der Alpkäserei, da gab es frische kühle Milch oder Buttermilch und natürlich Käse. Während wir uns verköstigten kam der Herr Pfarrer, um die Alpsegnung vorzunehmen. Der Senn machte ein grosses Feuer, ein Tisch wurde vor das Holzkreuz gestellt, und nun  segnete der Pfarrer die Leute, die Ställe die Matten und das Vieh. Zuletzt beteten wir gemeinsam mit der Aelplerfamilie ein Vaterunser. Für uns alle war es ein besonderer Moment, da wir einen solchen Alpsegen noch nie miterleben durften. Nun wanderten wir querfeldein schnurstracks zum Brünneliwirt zum Mittagessen. Am späteren Nachmittag fuhren wir mit der Garfrescha-Bahn wieder ins Tal und gemütlich spazierten wir der Ill entlang nach Gortipohl. Kurz bevor wir bei der Alpenrose angelangten, kam uns die Kneipp-Anlage sehr verlockend vor. Kurz, alle zogen Schuhe und Strümpfe aus, und es wurde auf Teufel komm raus gekneippt. Mary, die mutige, setzte sich sogar ins Wasser. Sie war nass bis jusqu, ici. Das Tüpfelchem auf dem i war, als uns Vroni, von Peter darum gebeten, noch eine Flasche Weissen brachte und wir auf unser Wohl anstossen konnten.Abends genossen wir noch das Platzkonzert der Musik von St.Gallenkirchen und bekamen von der Marketänderin noch ein feines kleines Gläschen Likör.

Schafberg – Schmugglerpfad – Speichersee – Gandasee-Schafberg
Am Mitwoch war unser Ziel Gargellen. Endlich war es einmal nicht so heiss, und alle genossen die Wanderung durch Alpweiden und Wälder. Nur einige wenige Regentropfen haben wir abbekommen, gab es in Gortipohl doch schon am Mittag ein heftiges Gewitter und einen kräftigen Regenguss. Dies veranlasste den Schreiberling, unter die Bettdecke zu kriechen und zu dichten statt zu reimen. Am Abend wurde dann in vergnügter Runde gejasst und gespielt.

Golm – Ausser Golm Alp – Mattsewitz
Heute Donnerstag stossen unsere vier Nachzügler zu uns. Wir treffen sie an der Golmer-Bahn. Nach der freudigen Begrüssung nahmen sie mit uns die Wanderung auf die Ausser-Golm-Alp unter die Füsse. Es gab so viel zu erzählen, so dass der dicke Nebel und der Nieselregen kaum bemerkt wurde. Beim Mittagessen, bei einer feinen Brettel-Mahlzeit, kamen auch Kathrin und ich dazu. Bald nahm uns die Bahn wieder den Berg runter, den unsere Neuen hatten schon einen langen Tag hinter sich, so musste z.B. Heidi schon um 4Uhr45 auf den Zug. Aber die Damen wurden beim Lädele in St.Gallenkirchen schnell wieder fit. Nach dem Nachtessen brachte Fredy viele neue Witze. Es ging lustig zu und her bis spät in die Nacht.

Brandnertal – Lünensee
Einen wunderschönen Ausflug machten wir am Freitag. Mit den Privatautos fuhren wir zu hinterst ins Brandnertal, von da brachte uns die Gondelbahn hinauf an den Lünerensee. Ein herrlicher Flecken Erde, ein stahlblauer Himmel, ein herrlicher Wind, Alpenrosen und eine grossartige Bergwelt. Nach einer kurzen Kaffeepause nahmen wir den Weg um den See unter die Füsse. Silvana hat die Gelegenheit benutzt und noch zwei Umwege auf die verlockenden Kreten gemacht. Heidi und Susi waren mit von der Partie. Sie stiegen hoch bis zur Schweizergrenze. Auf dem Rückweg erspähten sie sogar noch Murmeltiere, ob die wohl Fredys Lied „hicks…..chachacha“ gesungen haben? Im Alphüttli sassen wir lange, denn es war sehr heiss und sehr durstiges Wetter. Am Abend, so hatten wir uns vorgenommen gehen wir wieder kneippen. Das Wetter wollte nicht mitspielen, und so haben wir einen fröhlichen Abend zusammen im Stübli der Alpenrose verbracht.

Hochjoch – Semigrat – Wormserhütte – Hitzsee – Semigrat-Mittelstation
Heute Samstag steht uns ein Highlight bevor. Im Silberental gibt’s die Sagen-Festspiele „Silvretta & Vereina“. Aber zuerst geht’s noch aufs Hochjoch. Bei herrlichem Sonnenschein wandern wir zum Semigrat und weiter zur Wormserhütte. Die Aussicht ist atemberaubend, aber langsam schleicht der Nebel von hinten im Tal und klettert immer höher. Bald sind wir mitten drin. Doch wir sind frohen Mutes, dass es am Abend bei der Freilicht-aufführung nicht regnen wird. So war es dann auch, wir hatten sogar noch etwas Abendrot. Peter hat für gute Plätze gesorgt und so sassen wir in dicken Jacken und Decken auf den Knien da, und sahen dem Schauspiel entgegen. Die Kulissen, mitten in der Alplandschaft, waren einfach umwerfend. Häuser, Kirchlein, Weiher, Grotten und Wege waren da wie hingemalt, waren aber echte Bauwerke.

Die Geschichte von Silvretta & Vereina wurde uns von Laien-Schauspielern erzählt.Fürs Auge gabs immer etwas zu sehen in dem weiten Gelände. Seien es die Waschfrauen am Waschzuber, die Bäckersfrau beim Brot austragen, die Kinder ,die auf der Wiese die Sonnenwende feierten, der Säumer mit seinem Pferdegespann, ach, es gäbe noch vieles zu erzählen. Kurz, es war sehr schön und wir zollen allen Mitwirkenden unseren Respekt und spendeten ihnen einen herzlichen Applaus. Im Zelt konnten wir noch mit den Akteuren selber sprechen und so kamen wir sehr früh am Sonntag ins Bett.

Nun stand uns schon wieder die Heimreise bevor. Wieder hatten wir eine tolle Wanderwoche im Montafon erleben dürfen. Einen herzlichen Dank an unser bestens bewährtes Leiterehepaar Tschugi und Peter. Wir mussten uns um gar nichts kümmern, alles war bestens vorbereitet und organisiert, und dank ihrer Liebenswürdigkeit nahmen wir auch die Paparazzis gerne in Kauf. Nochmals vielen Dank für alle Überraschungen und euern nie versiegenden Humor, für Seele und Gemüt war es eine tolle Woche.

Madlen Kühne