Bumbach - isch ä gueti Sach

28. Dezember 2014 - 3. Januar 2015

Einmal mehr trifft sich eine Gruppe gutgelaunter Männlein und Weiblein, für den Rutsch ins Neue Jahr im Gasthof Alpenrose, in Bumbach. Als Ehrengäste werden die Naturfreunde da empfangen und betreut. Kein Wunder, nach 35 Jahren! Es gibt, ob man im Zimmer oder im Massenlager untergebracht
ist, einfach nichts zu meckern. Da auch das Essen vorzüglich ist, fühlen sich alle wohl und froh, wie die Gans im Haferstroh. Petrus ist uns wohl gesinnt und beschert uns die weisse Pracht - just zur rechten Zeit.

Lisbeth und Ernst geben auch dieses Jahr ihr Bestes, um für alle ein ansprechendes Tagesprogramm auf die Beine zu stellen. Die Skifahrer ziehen jeweils zuerst los und lassen sich per Seilbahn hinauf zur Marbachegg tragen. Die wandernde Gruppe braucht etwas mehr Zeit und Energie um dahin zu gelangen. Mit Stöcken und Teeflasche im Rucksack, nimmt sie direkt neben der Alpenrose, den gut zweistündigen Aufstieg in Angriff. Gemütlich geht’s aufwärts - der Sonne entgegen. Im sogenannten Guezlirank wird Rast gemacht. Lisbeth und Anni verteilen da nämlich ihre selbstgebackenen, chüschtigen Weihnachtsguetzli.

Mit müden Beinen, aber heil und gutgelaunt trifft man sich mit den Skifahrern im Bergrestaurant zur Mittagspause. Der umsichtige Wirt offeriert uns einen langen Tisch im Säli, wo wir von einem gutgelaunten Kellner betreut werden. Wegen seines Dialekts fragt ihn Lisbeth beiläufig: «Chömed Sie vo Holland?» Die Antwort kommt schnell und präzis: «Nein, ich bin von Marbachegg!» Ha ha! Jedenfalls liefert uns der Marbachegg-Holländer speditiv das bestellte Essen und es herrscht rundum gute Stimmung.

Nach dem Kafi lassen sich die Meisten von der Seilbahn ins Tal tragen. Nur die ganz Harten, Ernst und Ruedi, nehmen den Abstieg unter die Füsse. Ein Höhepunkt ist die Schneeschuhtour an Silvester, hinauf zu Gery’s Beizli. Nach dem ersten Stück Aufstieg auf der Strasse, stampfen wir eine Schneeschuh-
Spur in den frischen Pulverschnee - himmelwärts. Oben werden wir vom Gery-Team herzlich empfangen und in die gute Stube geführt. Umsichtig wie  immer,
hat Lisbeth die Gruppe angekündigt. Es wird uns eine dampfende Gemüsecrème-Suppe vom Feinsten serviert, mit Sahnehäub’chen und einem sternförmigen
Toast oben drauf. Wer damit nicht genug hat, bestellt sich noch eine heisse, hausgemachte Wurst. Beim Abschied sagen alle unisono: «Mir chömed s’nächst Jahr wider.»

Traditionsgemäss nehmen wir an Silvester nach dem Abendessen den Weg zum Kemmeriboden unter die Füsse. Bei Vollmond und Sternenhimmel ziehen wir los. Um den Mond hat sich ein kreisrunder Ring – ein sogenannter «Halo» - gebildet. Dieses Naturwunder bringt uns zum Staunen und gibt unserem Marsch durch den kalten Winterabend eine romantiche Note. Im Kemmeriboden empfängt uns der Hotelier persönlich an der Tür mit Handschlag und weist uns ins reservierte Säli im ersten Stock. Dort findet jeder etwas Gutes in der vielseitigen Dessertkarte. Wir dürfen sogar ein zweites Getränk auf Kosten des Hauses bestellen. Gestärkt und zügig marschieren wir vor Mitternacht den Weg zurück zur Alpenrose. Nach dem fröhlichen Anstossen zum Neujahr gibt es für die, die noch mögen, eine warme Suppe.

So vergehen die Tage frohgemut und schnell. Einen Tag vor der Abreise gibt’s Tauwetter. Wir beschliessen, die Kambly-Fabrik in Trubschachen zu besuchen.
Mit dem zweistündigen Marsch entlang der Iflis in den Beinen, verdrücken wir die Guezlis und Mega-Sandwiches im Kambly-Restaurant mit doppeltem Genuss.

Die Tage verfliegen im Nu und schon ist der Morgen der Heimreise da. Ich bedanke mich im Namen Aller bei den Usters für die hervorragende Betreuung und Organisation. Erwähnt seien auch die Abende, die wir würfelnd, knackend und jassend verbrachten. Nicht zu vergessen der Spielabend mit kniffligenFragen, von Lisbeth und Ernst zusammengestellt. Wie jedes Jahr bekam die Gewinner-Gruppe, vom Alpenrose-Team gespendet eine Riesenmerängge aufeiner Fleischplatte – so gross, dass auch die Verlierer noch ihren Gluscht stillenkonnten.

Klara Jaccard

Bumbach